ROUNDUP: Bessere Stimmung in Chinas Unternehmen zeigt konjunkturelle Belebung
PEKING (dpa-AFX) - Die Stimmung in Chinas Unternehmen signalisiert wieder eine Belebung der Geschäftsaktivitäten. Der staatliche Einkaufsmanagerindex (PMI) für das produzierende Gewerbe legte im September im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 50,1 Punkte zu, wie das Nationale Statistikamt des Landes am Mittwoch mitteilte. Damit liegt der Indikator erstmals seit Juni wieder über der Schwelle von 50 Punkten, ab der eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivitäten signalisiert wird. Das Ergebnis traf auch die durchschnittliche Erwartung von Experten.
Auch der staatliche Stimmungsindikator für den Bereich Dienstleistungen schaffte entgegen den Erwartungen von Experten mit einem Anstieg um 1,2 Punkte auf 50,2 Zähler den Sprung zurück in den Expansionsbereich. Hier hatten Analysten im Schnitt nur einen leichten Zuwachs auf 49,2 Punkte erwartet.
Der staatliche Indikator zeigt die Stimmung in den eher größeren und staatlichen Unternehmen. Der von der Ratingagentur RatingDog ebenfalls am Mittwoch veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (PMI), der eher die Stimmung in den kleineren und mittleren Unternehmen der Privatwirtschaft abbildet, deutet ebenfalls auf eine Zunahme der wirtschaftlichen Aktivitäten hin.
Der Stimmungsindikator von RatingDog für die Industriebetriebe stieg auf 52,1 Punkte, von zuvor 51,5 Punkte. Der Indikator für den Bereich Dienstleistungen legte leicht um 0,2 Punkte auf 51,6 Punkte zu. Beide Stimmungsindikatoren sind jeweils besser als erwartet ausgefallen.
Die Umfrage von RatingDog zur Aktivität im verarbeitenden Gewerbe "zeichnete ein noch positiveres Bild und deutete darauf hin, dass exportorientierte und privatwirtschaftliche Unternehmen besser abschneiden, als es die allgemeine Konjunkturlage vermuten lässt", sagte Analyst Henry Hao von der Commerzbank. Er wies auf die Kluft zwischen der RatingDog-Umfrage und den offiziellen Umfragen der Statistikbehörde hin. "Exportorientierte Hersteller und solche mit höherer Wertschöpfung schneiden weiterhin besser ab als die inländische Wirtschaft", kommentierte der Commerzbank-Experte.
Die Stimmungsdaten wurden wenige Stunden nach der Bekanntgabe weiterer staatlicher Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur veröffentlicht. So hatten Regierungsbehörden nach Börsenschluss am Dienstag Hypothekenzuschüsse angekündigt. Zudem weitet die Zentralbank die Unterstützung für bestimmte Branchen aus. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gilt vor allem der angeschlagene Immobiliensektor als ein Sorgenkind und belastet die konjunkturelle Erholung zu Beginn des vierten Quartals./jkr/mis