dpa-AFX Compact

APA ots news: OeNB würdigt 35 Jahre Dr. Maria Schaumayer Stiftung

02.10.2026
um 10:14 Uhr

Dr. Maria Schaumayer - eine Pionierin der Frauenförderung in
Wissenschaft und Forschung

Wien (APA-ots) - Am 1. Oktober 2026 veranstaltete die Oesterreichische
Nationalbank (
OeNB) in Kooperation mit der Dr. Maria Schaumayer Stiftung einen
Festakt zu Ehren des 35-jährigen Stiftungsjubiläums. Ausgezeichnet
werden Frauen, die mit ihren wissenschaftlichen Leistungen neue
Maßstäbe setzen. Rund 1.500 Frauen wurden bislang mit dem Maria
Schaumayer Preis ausgezeichnet.

"Die Dr. Maria Schaumayer Stiftung leistet seit 35 Jahren einen
wichtigen Beitrag dazu, Frauen auf ihrem wissenschaftlichen Weg zu
unterstützen und ihre Leistungen sichtbar zu machen.
Wissenschaftliche Exzellenz braucht Chancengleichheit, Vielfalt und
starke Vorbilder. Genau dafür steht die Stiftung seit ihrer
Gründung", so Vize-Gouverneurin der OeNB, Edeltraud Stiftinger. Sie
betont die Bedeutung der Förderung von Frauen in Wissenschaft und
Forschung - ganz im Sinne der Stiftungsgründerin Dr. Maria
Schaumayer, ehemalige Nationalbankpräsidentin und weltweit erste
Zentralbankchefin.

OeNB-Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger eröffnete den
Festakt, die Jubiläumsrede hielt Helga Wagner, ehemalige
Rechtsanwältin, Mitgründerin und Vorsitzende der Stiftung. Durch den
Abend führte Bundesministerin a.D. Maria Rauch-Kallat .

Dr. Maria Schaumayer: Die erste Frau an der Spitze einer
Notenbank. Seit 1991 dient der Maria Schaumayer Preis der Förderung
von Frauenkarrieren. Die Gründerin selbst beschritt in ihrer
beruflichen Laufbahn viele Wege, die für Frauen nicht vorgesehen
waren - was ihr den Spitznamen "Eisbrecherin" einbrachte. Besonders
im Finanzsektor, einer traditionellen Männerdomäne, gelang ihr
Bahnbrechendes: Von 1990 bis 1995 leitete sie als weltweit erste Frau
eine Zentralbank und stand der OeNB als Präsidentin vor. In dieser
Zeit gründete sie auch die Maria Schaumayer Stiftung - sie war
Schaumayers Geschenk an sich selbst zum 60. Geburtstag. Als
Nationalbankpräsidentin sagte sie: "Ich bekomme hier viel Geld, ich
brauche das nicht. Ich möchte etwas Gutes tun. Ich möchte den Frauen
helfen, dass sie auch Spitzenpositionen erreichen." Über einen
Zeitraum von 35 Jahren fördert die Stiftung bereits herausragende
akademische Arbeiten von Frauen - finanziert aus Schaumayers
Privatvermögen.

Die Preisträgerinnen

Im Rahmen des Festakts am 1. Oktober wurden herausragende
wissenschaftliche Leistungen prämiert. Vier Preisträgerinnen standen
stellvertretend für die ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen auf der
Bühne: Magdalena Lederbauer (Chemie), Alice Lea Nikolay-Ullreich (
Wirtschaftsrecht), Sarah Stadlmayr (Neurowissenschaften) und Isabelle
Vonklich (Zivilrecht). In einem Gespräch berichteten sie von ihrem
persönlichen Weg in die Wissenschaft.

Magdalena Lederbauer entwickelt generative Modelle für die
moderne Chemie, die es ermöglichen, unbekannte Molekülstrukturen
aufzuklären und neue chemische Reaktionen zu entdecken. Ihre
Forschung eröffnet Anwendungsfelder in der Wirkstoffentwicklung in
der chemischen Industrie, der Reaktionsforschung sowie der Analyse
von Umweltschadstoffen. Sie hat ihren Bachelor und Master in Chemie
an der ETH Zürich in kürzester Zeit abgeschlossen und ist seit 2025
PhD-Studentin in Chemical Engineering am Massachusetts Institute of
Technology.

Alice Lea Nikolay-Ullreich ist Expertin für Wirtschaftsrecht. In
ihrer Dissertation beforschte sie Rechtsschutzmechanismen und
Rechtsfolgen im Vergabekontrollrecht und entwickelte darauf aufbauend
rechtspolitische Reformvorschläge. Auf der Wirtschaftsuniversität
Wien (WU) schloss sie das Bachelor-, Master- und Doktoratsstudium ab.
Seit Februar 2025 arbeitet sie am Verfassungsgerichtshof. Außerdem
ist sie als externe Lehrende an der WU tätig und hält regelmäßig
Vorträge bei Seminaren und wissenschaftlichen Veranstaltungen.

Sarah Stadlmayr beforscht die Behandlung von Nervendefekten in
der Humanmedizin. Im Rahmen ihrer Promotion untersuchte sie die
Eigenschaften unterschiedlicher Spinnenseiden. Aufbauend auf diesen
Erkenntnissen entwickelt sie heute biomimetische sowie
biofunktionalisierte Spinnenseiden-Replikate für den Einsatz in der
regenerativen Medizin. Sie promovierte 2024 in Neurowissenschaften an
der Medizinischen Universität Wien. Seitdem ist sie am Karolinska
Institut tätig und leitet ein vom Österreichischen Wissenschaftsfonds
gefördertes Postdoc-Projekt.

Isabelle Vonklich widmete sich in ihrer Habilitationsschrift der
Inhaltskontrolle Allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB). Im
Mittelpunkt stand die Frage, welche Vertragsklauseln zum Kern eines
Vertrags zählen und welche davon ausgeschlossen sind. Durch die
Analyse des österreichischen und europäischen Rechts entwickelte sie
Kriterien zur Abgrenzung des Vertragskerns von sonstigen
Vertragsbestimmungen. Sie promovierte 2021 an der WU Wien und
habilitierte sich 2025 in den Fächern Bürgerliches Recht, Bankrecht
und Versicherungsrecht. Seit 2019 arbeitet sie als
Universitätsassistentin am Institut für Zivil- und
Zivilverfahrensrecht der WU Wien.

Fotos zur Veranstaltung finden sich hier.

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Mag. Marlies Schroeder, MiM
Telefon: +43-1-404 20-6900
E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at
Website: https://www.oenb.at

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0043 2026-10-02/10:09