Grüne zu Trumps Diesel-Deal: 'Skrupelloser geht es nicht'
BERLIN (dpa-AFX) - Grünen-Chefin Franziska Brantner fordert als Reaktion auf eine Diesel-Vereinbarung von US-Präsident Donald Trump mit Kremlchef Wladimir Putin Tempo beim Abschied von fossilen Energien in Europa. Den Kurs von Trump kritisierte Brantner scharf: "Erst ohne erkennbaren Plan einen Krieg gegen den Iran beginnen, der die Energiepreise weltweit in die Höhe treibt - und dann ausgerechnet mit dem Kriegstreiber Putin einen Deal machen, um die Folgen vor den Midterms abzufedern - skrupelloser geht es nicht", sagte die Grünen-Chefin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Trump und Putin hatten eine Vereinbarung zu Lieferungen großer Mengen an Diesel aus Russland verkündet. Die Bundesregierung betonte daraufhin ihr uneingeschränktes Festhalten an den Russland-Sanktionen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. In den USA steht Trump auch wegen hoher Spritpreise vor wichtigen Zwischenwahlen unter Druck.
Brantner sagte, die Rechnung für Trumps Kurs müssten die Menschen in der Ukraine zahlen und jene, die unter den hohen Preisen leiden. Für Deutschland und Europa bedeute das: "Europäische Souveränität und die Unabhängigkeit von fossilen Energien sind das Gebot der Stunde", so die Politikerin. Die Unterstützung der Ukraine müsse weitergehen. "Wir dürfen unsere Zukunft nicht länger von fossilen Autokraten und den Folgen ihrer Kriege abhängig machen." Schon seit längerem fordern die Grünen mehr Tempo beim Ausstieg aus allen fossilen Brennstoffen in Europa als geplant./bw/DP/zb