PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der EuroStoxx 50 ist nach zwei Gewinntagen in Folge wieder etwas unter Druck geraten. Der Eurozonen-Leitindex drehte am Dienstag nach einem positiven Handelsstart ins Minus und schloss 0,55 Prozent tiefer bei 6.167,01 Punkten. Als Belastung erwiesen sich leichte Kursverluste in New York und der weitere Anstieg des europäischen Gaspreises.
Außerhalb der Euroregion grenzte der SMI anfängliche Gewinne deutlich ein und ging noch 0,36 Prozent höher bei 13.927,52 Punkten aus dem Handel. Der Schweizer Leitindex profitierte damit letztlich von den Zuwächsen defensiver Schwergewichte, nachdem er bereits zu Wochenbeginn zugelegt hatte. Der britische FTSE 100 ("Footsie") gab am Dienstag geringfügig auf 10.650,33 Punkte nach.
Der Preis für europäisches Erdgas setzte den Höhenflug der vergangenen Handelstage fort und erreichte ein weiteres Mehrjahreshoch. Als Preistreiber gelten jüngste Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus und auch das verstärkte Auffüllen der Gasspeicher vor dem Winter.
Aus Branchensicht präsentierten sich am Dienstag Technologiewerte am schwächsten. Insbesondere die Aktien von Unternehmen aus dem Halbleiterbereich litten unter schwachen Vorgaben aus den USA und Asien. Medienberichte hatten Sorgen vor verstärkter chinesischer Konkurrenz im Bereich der Künstlichen Intelligenz geschürt. Am EuroStoxx-Ende büßten die Anteilscheine von ASML gut vier Prozent ein.
Stärkster Sektor waren die Chemiewerte setzten an der SMI-Spitze mit einem Anstieg von gut neun Prozent Akzente. Der Wert profitierte damit von den jüngsten Quartalszahlen. Die Analysten der ZKB sprachen von einer "eindrücklichen Wachstumsbeschleunigung".
Zudem griffen die Anleger bei Medienwerten zu. Hier sorgten die Geschäftszahlen des Werbe- und Kommunikationskonzerns Publicis für gute Laune, die Anteilscheine stiegen in Paris um mehr als zwei Prozent. Analysten hoben das starke Wachstum trotz eines Rückgangs im Technologiesegment hervor, zudem bekräftigten die Franzosen ihre Prognose für das Umsatzwachstum aus eigener Kraft im Gesamtjahr. Im Kielwasser gewannen die Papiere des britischen Werbedienstleisters WPP an der Spitze des "Footsie" gut vier Prozent./la/he