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China und Nordkorea eröffnen nach langem Warten neue Brücke

14.10.2026
um 12:47 Uhr

DANDONG (dpa-AFX) - China und Nordkorea eröffnen ein seit mehr als zehn Jahren brachliegendes Brückenprojekt an ihrer gemeinsamen Grenze. Laut chinesischen Staatsmedien halten beide Seiten an diesem Donnerstag dazu eine offizielle Zeremonie ab. Die Eröffnung gilt als weiteres Zeichen sich bessernder Beziehungen der beiden Länder. Die Brücke werde den Wirtschafts- und Handelsaustausch fördern, sagte Chinas Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking. Nordkoreas Staatsmedien berichteten zunächst nicht über die Eröffnung.

China ist der wichtigste Handelspartner des wegen seines Atomwaffenprogramms von UN-Sanktionen belegten Landes. Die neue Brücke könnte laut Experten zu einem Anstieg des Handels beitragen. Doch wegen der UN-Sanktionen gebe es wenig Aussicht auf groß angelegte industrielle Investitionen, hieß es in einer Analyse von Südkoreas Institut für nationale Sicherheitsstrategie Ende August.

Die neue, vierspurige Brücke überspannt den Yalu-Fluss zwischen Dandong in Chinas Nordosten und dem nordkoreanischen Sinuiju auf einer Länge von rund drei Kilometern. Die beiden Städte verbindet bereits die einspurige und in die Jahre gekommene sino-koreanische Freundschaftsbrücke.

Bauverzögerung in Nordkorea

Eigentlich hätte die neue Brücke 2014 eröffnet werden sollen. Jedoch hatte Nordkorea Gebäude zur Zollabfertigung und Grenzkontrolle nicht fertig gebaut. Die Hintergründe sind offiziell nicht bekannt. Als mögliche Erklärung gelten Streitigkeiten zwischen Peking und Pjöngjang und die spätere Grenzschließung Nordkoreas wegen der Corona-Pandemie.

Zuletzt verbesserten sich die Beziehungen beider Länder jedoch merklich. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte im September 2025 auf einer seiner seltenen Auslandsreisen Peking besucht. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping kam im Juni dieses Jahres zum Gegenbesuch nach Pjöngjang.

Die Yalu-Brücke geht rund einen Monat nach der Eröffnung der ersten Straßenverbindung zwischen Russland und Nordkorea über den Grenzfluss Tumannaja (Tumen) in Betrieb./jon/DP/stk