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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx gibt nach - Zürich und London stark

15.10.2026
um 18:56 Uhr

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der EuroStoxx 50 hat am Donnerstag einen Großteil seiner im Handelsverlauf erlittenen Verluste wettgemacht. Am Ende stand bei dem Leitindex der Eurozone noch ein Minus von 0,36 Prozent auf 6.168,26 Punkte zu Buche.

Hohe Energiepreise und die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen hätten die Stimmung letztlich etwas belastet, schrieb Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Allerdings kam im späten Handel Rückenwind aus den USA, denn die dortigen Technologie-Aktien grenzten ihre anfänglichen Verluste ein.

Außerhalb der Euroregion gewann der SMI 1,55 Prozent auf 14.349,51 Punkte. Der Schweizer Leitindex profitierte damit von den Gewinnen der defensiven Schwergewichte.

Der britische FTSE 100 legte um 1,08 Prozent auf 10.840,35 Punkte zu. Unterstützung hätten hier überraschend robuste Konjunkturdaten geliefert, merkte Lipkow dazu an. So zog die Industrieproduktionen in Großbritannien im August unerwartet und deutlich an.

Technologiewerte standen europaweit unter Druck. Verantwortlich waren negative Vorgaben aus den USA und Asien. Damit setzte sich die Korrektur des hoch bewerteten Sektors fort. Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sprach von Sorgen vor einer stärkeren Abwärtswelle.

Damit büßten die Aktien von ASML rund vier Prozent ein. Besser hielten sich die Anteilsscheine von SAP , die ihre Erholungsbewegung mit deutlichen Zuwächsen fortsetzten.

Verhalten war auch die Entwicklung des Bankensektors . Hier standen Aktien von Nordea unter Druck und fielen am EuroStoxx-Ende um fast acht Prozent. Die jüngsten Geschäftszahlen hätten zwar mehr oder minder im Rahmen der Erwartungen gelegen, betonten die Analysten von Jefferies. Allerdings habe die Bank angekündigt, wegen der derzeit laufenden Überprüfung der Kapitalbasis durch die Europäische Zentralbank zunächst keine weiteren eigenen Aktien zurückzukaufen.

In London hingegen legten die Aktien der Banken Barclays , Lloyds und NatWest zu. Hier stützten Äußerungen des britischen Finanzministers John Healey, wonach Banken ein Teil des Juwels in der Krone der britischen Wirtschaft seien. Am Markt wurde dies als mögliches Signal dafür verstanden, dass der Sektor einer möglichen Sondersteuer auf Gewinne entgehen könnte.

Gefragt waren europaweit die defensiven Branchen. Die Stärke des Telekomsektors resultierte neben den Gewinnen klassischer Titel wie Deutsche Telekom auch aus dem Kurssprung von Ericsson in Höhe von fast sieben Prozent. Die Aktien des schwedischen Telekomausrüsters reagierten damit auf die jüngsten Quartalszahlen. Die Analysten von Bernstein Research sprachen von deutlich über den Erwartungen liegenden Umsätzen und Gewinnen. Dabei habe sich vor allem das Netzwerk-Geschäft in Japan und Indien positiv ausgewirkt.

Im Versicherungssektor legten die Aktien von Zurich mit einem Plus von knapp drei Prozent auf 608,20 Franken deutlich zu. Hier hatte Jefferies das Kursziel von 520 auf 620 Franken angehoben. Nach der Übernahme von Beazley dürften 2027 und 2028 Kapital- und Kostensynergien zum Tragen kommen, schrieb Analyst Philip Kett.

Unter den kleineren Schweizer Werten gewannen DocMorris 3,6 Prozent. Die Online-Apotheke hatte im dritten Quartal 2026 das Wachstum deutlich beschleunigt./la/jha/

Infront EU 50

WKN 965814 ISIN EU0009658145

Infront Frankreich

WKN 969400 ISIN FR0003500008

Infront GB 100

WKN 969378 ISIN GB0001383545

Infront Schweiz

WKN 969000 ISIN CH0009980894