dpa-AFX Compact

WWF-Untersuchung: Wann sich eine Wärmepumpe rechnet

20.10.2026
um 15:06 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Auf die Dauer können Verbraucher laut einer Untersuchung im Auftrag der Naturschutzorganisation WWF mit der Umstellung auf eine Wärmepumpe Geld sparen - jedenfalls im Vergleich zu einer neuen Gasheizung. Wie schnell sich die Investition rechnet, hänge aber von Faktoren wie Kaufzeitpunkt und Haushaltseinkommen ab.

Schnell sein lohnt sich

Eine Wärmepumpe ist in der Anschaffung zunächst teurer als eine Gastherme, heizt der Untersuchung zufolge aber günstiger und wird wegen ihrer Klimafreundlichkeit staatlich gefördert. Die Förderhöhe ist abhängig vom Haushaltseinkommen und soll im Laufe der nächsten Jahre sinken. Besonders lohnt sich die Wärmepumpe laut Berechnung des Beratungsunternehmens Prognos AG in Kombination mit Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Dach.

Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Vorgaben für die Förderung: Der Einbau einer neuen, klimafreundlichen Heizung wird mit bis zu 80 Prozent der Investitionskosten gefördert. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Bezuschusst werden aber maximal 28.000 Euro Investitionskosten. Dieser Förderhöchstbetrag sinkt jedes halbe Jahr um 750 Euro.

Auch der sogenannte Klimageschwindigkeitsbonus sinkt mit der Zeit, und zwar halbjährlich um 4 Prozent: Er ist erhältlich beim Austausch alter Ölheizungen oder 20 Jahre alter Gasheizungen und beträgt zurzeit 16 Prozent. Zusätzlich gibt es einen Einkommensbonus von bis zu 40 Prozent, je nach Einkommenshöhe.

Vier bis sechzehn Jahre bis sich Wärmepumpe rechnet

Wenn man die in der Studie betrachtete Luft-Wasser-Wärmepumpe im laufenden Jahr einbaut, den Förderhöchstsatz erhält und eine Photovoltaikanlage hat, waren die Mehrkosten durch die Anschaffung bereits nach vier Jahren ausgeglichen.

Die Studienautoren rechnen mit einem Einfamilien-Beispielhaus mit vergleichsweise schlechter Energieeffizienz der Klasse F. In diese Kategorie fallen demnach dreizehn Prozent des Bestands, sieben Prozent schneiden schlechter ab. Bei Einbau im Oktober 2026 würde man dort über fünfzehn Jahre zwischen 4.303 und 15.729 Euro sparen. Bei Einbau im August 2028 würden die Einsparungen auf einen Betrag zwischen 1.042 und 11.042 Euro sinken. Die Einsparungen hängen von der Förderhöhe ab und davon, ob man eine Solaranlage hat.

Im ungünstigsten Beispielfall, den die Experten berechnet haben - ohne Einkommensbonus und ohne Photovoltaik - würden sich die höheren Anschaffungskosten für die Wärmepumpe im Vergleich zur Gasheizung erst nach sechzehn Jahren ausgleichen. Da die Untersuchung mit einem Modell arbeitet, sollten sich Haus- oder Wohnungsbesitzer für ihren individuellen Fall beraten lassen, empfiehlt der WWF.

WWF fordert Beibehaltung der Förderung

Von der Politik verlangt der WWF die Zuschüsse langfristig zu erhalten und nicht wie geplant abzuschmelzen. "Wer heute klimafreundlich handelt, handelt auch wirtschaftlich vernünftig", argumentiert die Organisation. Das trage außerdem dazu bei, Deutschland von Energieimporten aus politisch instabilen Regionen zu lösen.

Auch andere Untersuchungen haben Kostenvorteile durch Wärmepumpen ermittelt. Nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln könnten sich die jährlichen Heizkosten bei einer neuen Gasheizung bis 2040 fast verdoppeln. Der Einbau einer Wärmepumpe dagegen würde das Kostenrisiko in den kommenden Jahren spürbar reduzieren./wum/DP/jha