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ROUNDUP 3: Hacker greifen E-Mail-Konten der AfD an

20.10.2026
um 18:37 Uhr

(neu: Angaben AfD und BSI ergänzt)

BERLIN (dpa-AFX) - Bei einem Hackerangriff auf die AfD sind nach Angaben der Partei vermutlich Daten aus ihren E-Mail-Konten erbeutet worden. "Im September 2026 kam es zu einem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister unserer Partei, bei dem offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer - von denen die meisten seit Jahren nicht mehr genutzt waren - widerrechtlich kopiert wurden", teilte die AfD auf Anfrage mit. Aktuelle E-Mail-Postfächer des AfD-Bundesverbands seien nicht betroffen gewesen. Zuvor hatte die "Bild" berichtet.

Unbekannte veröffentlichten im Internet nach eigenen Angaben Daten, bei denen es sich um rund 421.000 AfD-E-Mails handeln soll. Ob diese authentisch sind oder nicht, ist unklar. Sie behaupten, dass es sich um Daten aus zehn Postfächern handele, darunter ein Account auf den Namen des früheren AfD-Parteichefs Alexander Gauland sowie ein Konto, das von der AfD früher als Kontakt für die Bundesgeschäftsstelle genannt wurde.

Im Internet kursiert der Link zu einer Webseite, auf der eine Übersicht der angeblichen AfD-Mails dargestellt ist. Die anonyme Seite wurde nach dpa-Recherchen erst Mitte Oktober registriert. Sie gibt keine Auskunft über die Herkunft der Daten und veröffentlicht keine Mailinhalte. Diese liegen angeblich auf einem weiteren Download-Server. Die Echtheit der Mail-Informationen ließ sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik teilte auf Nachfrage mit, dass es im Kontakt mit der AfD stehe.

Cyberangriff wurde laut AfD rasch beendet

Die AfD erklärte weiter, der Angriff sei rasch erkannt und beendet worden. Alle Nutzer seien entsprechend informiert worden. "Die jetzt erfolgte Onlineveröffentlichung vermutlich eines Teils dieser Daten wird geprüft", hieß es. Eine erste Einschätzung dazu könne erst nach Abschluss dieser Prüfung gegeben werden.

Am späten Nachmittag teilte die Partei mit, ein solcher digitaler Angriff sei illegal und strafrechtlich relevant. "Wir sehen es mit großer Sorge, dass allem Anschein nach mit einer sehr rudimentären KI die Inhalte der gestohlenen Dokumente analysiert wurden. Dabei ging es um Schlagworte, nicht um den Kontext." Die bislang veröffentlichten vermeintlichen Skandale hielten einer inhaltlichen Überprüfung nicht stand. Zuvor hatte es aus Parteikreisen geheißen, die im Internet veröffentlichten Inhalte seien anscheinend authentisch.

Betroffen von dem Hackerangriff sei offenbar das zur AfD gehörende Unternehmen Alternita. Unter anderem hätten die Hacker Zugriff auf Mails der Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern gehabt. Es gehe dem Anschein nach um Postfächer, die schon älter seien, wenn auch die Mails an sich mitunter relativ aktuell seien.

Den Angaben zufolge funktionierten vor einigen Wochen bestimmte AfD-Mailpostfächer nicht. Die Bundesgeschäftsstelle habe damals erklärt, es gebe einen Angriff, die Postfächer seien daher abgeschaltet worden.

Cyber-Kriminelle greifen immer wieder Parteien an

Cyberangriffe auf Parteien und staatliche Stellen sind nichts Neues. Gerade erst brachen Hacker in das E-Mail-Konto der Heilbronner CDU ein und verschickten von dort Tausende Phishing-Nachrichten an Ministerien, andere politische Kontakte und auch an Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz.

Die Bundes-CDU wurde im Mai 2024 Ziel einer großen Cyberattacke. Vorsichtshalber wurde die IT-Infrastruktur damals teilweise vom Netz genommen. Bereits Ende 2022/Anfang 2023 waren E-Mail-Konten in der SPD-Parteizentrale Ziel eines Angriffs gewesen. Diesen ordneten die Sicherheitsbehörden später einer vom russischen Militärgeheimdienst GRU gesteuerten Gruppierung zu. Dieselbe Gruppierung soll auch für den Cyberangriff 2015 auf den Deutschen Bundestag verantwortlich gewesen sein./sk/DP/jha