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Zu viele Probleme für die Regierung? Bürger sorgen sich

27.10.2026
um 17:43 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland sorgt sich um die Bundesregierung, die steigenden Preise und die Qualität des Schul- und Bildungssystems. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage für RTL und ntv hervor. Die Meinungsforscher fragten dabei 16 Themen und Entwicklungen ab. Auffällig sind die unterschiedlichen Sichtweisen unter den Unterstützerinnen und Unterstützern der verschiedenen Parteien.

So machen sich 87 Prozent aller Befragten große oder sehr große Sorgen, dass die Bundesregierung mit den Problemen überfordert ist. Unter den Anhängern der AfD sind es 99 Prozent, unter den Anhängern von CDU/CSU und SPD jeweils 60 und 76 Prozent.

Ähnlich sieht es bei steigenden Preisen aus, die 84 Prozent der Befragten sorgen. Unter AfD-Anhängern beträgt der Anteil gar 91 Prozent, unter Unions-Anhängern sind es 70 Prozent, bei der SPD 83 Prozent.

Diskrepanzen zwischen AfD-Anhängern und Bürgern insgesamt

Ein unzureichendes Schul- und Bildungssystem sorgt laut Umfrage 79 Prozent der Bundesbürgerinnen und -bürger. Unter AfD-Unterstützern ist die Sorge mit 83 Prozent etwas weiter verbreitet, Unterstützer der Unionsparteien zeigten sich mit 58 Prozent am wenigsten besorgt.

Deutliche Unterschiede zwischen AfD-Anhängern und den übrigen Bürgern gibt es auch bei der Bewertung von Folgen der Zuwanderung. Hier sorgen sich 98 Prozent der AfD-Anhänger gegenüber 56 Prozent der Befragten insgesamt. Ähnlich sieht es beim Ausmaß der Kriminalität aus. Hier sorgen sich 91 Prozent der AfD-Anhänger gegenüber 70 Prozent aller Befragten.

Die Sorge, dass der Rechtsextremismus zunimmt, ist unter Unterstützern von SPD (98 Prozent) und Grünen (97 Prozent) am stärksten, die Sorge vor einer Zunahme von Linksextremismus wiederum bei AfD- (87 Prozent) und Unions-Anhängern (76 Prozent).

Grüne als Ausreißer beim Thema Kriegsangst

Sorgen über die Folgen des Klimawandels machen sich vor allem Anhänger der Grünen (95 Prozent) und der Linken (90 Prozent), unter AfD-Wählern sorgt das Thema lediglich 25 Prozent. Dass Deutschland in einen Krieg hineingezogen werden könnte, sorgt Anhänger von SPD und AfD gleichermaßen (je 62 Prozent). Die wenigsten Sorgen machen sich hier Anhänger der Grünen (41 Prozent). Insgesamt beschäftigt die Sorge 58 Prozent der Deutschen.

Für das "Sorgenbarometer Oktober 2026" im Auftrag von RTL Deutschland wurden vom 21. bis 23. Oktober 1.009 Bundesbürger von Forsa befragt. Die statistische Fehlertoleranz gibt das Institut mit +/- 3 Prozentpunkten an.

Kaum Bewegung bei Sonntagsfrage

Bei der sogenannten Sonntagsfrage legt die CDU/CSU im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zu und kommt auf 21 Prozent. Die AfD würde mit 27 Prozent weiterhin als stärkste Kraft aus einer Bundestagswahl hervorgehen, ihr Vorsprung zur Union verringert sich aber leicht. Die Grünen verlieren einen Punkt und kämen auf 16 Prozent der Stimmen. Die Werte für SPD (13 Prozent), Linke (11 Prozent) und FDP (4 Prozent) bleiben unverändert.

Zugrunde liegen dem "Trendbarometer" repräsentative Forsa-Befragungen im Auftrag von RTL Deutschland. Forsa befragte dafür zwischen dem 20. und 26. Oktober 2.501 Menschen. Die Fehlertoleranz gibt das Institut mit rund +/- 2,5 Prozentpunkten an./gma/DP/jha