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Hessen rechnet 2026 mit Steuerminus von 203 Millionen Euro

30.10.2026
um 12:21 Uhr

WIESBADEN (dpa-AFX) - Experten erwarten 2026 ein Steuerminus in dreistelliger Millionenhöhe für Hessen. Die aktuelle Steuerschätzung beziffere die Steuereinnahmen mit 27,8 Milliarden Euro - ein Minus von 203 Millionen Euro im Vergleich zum Haushaltsplan, wie das Finanzministerium in Wiesbaden mitteilte.

Doch es fügte hinzu: "Ab 2027 ergeben sich Mehreinnahmen von rund 100 Millionen Euro pro Jahr." Allerdings berücksichtigten diese Werte "noch nicht die Mindereinnahmen aufgrund von anstehenden Steuerrechtsänderungen, etwa der geplanten Einkommensteuerreform 2027".

Bessere Aussichten für Kommunen

Hessens Kommunen wiederum könnten 2026 bis 2030 deutliche Mehreinnahmen von insgesamt rund zwei Milliarden Euro erwarten - vor allem wegen eines angenommenen Anstiegs der Gewerbesteuereinnahmen. Abzuwarten bleibt laut Finanzministerium allerdings, ob sich diese künftigen Mehreinnahmen regional auf traditionell "steuerstarke" Gemeinden konzentrieren "oder ob alle hessischen Kommunen von dem Plus profitieren können".

Finanzminister Alexander Lorz (CDU) betonte, Hessen müsse an seinem "spürbaren Konsolidierungskurs" festhalten. Die Steuerschätzung "eröffnet keine neuen Finanzierungsspielräume".

Krisenherde bereiten Sorgen

Deutschlands Wirtschaft habe sich in einem anhaltend schwierigen Umfeld überraschend gut behauptet. Ihre Lage sei jedoch noch fragil. "Die bestehenden Krisenherde bergen nach wie vor viel Rückschlagpotenzial", sagte Lorz. Wichtig bleibe, "dass Deutschland das Reformtempo hochhält und alle Signale auf Wachstum stellt".

Das Finanzministerium betonte zudem: "Hessen muss allein 2026 und 2027 rund 8,1 Milliarden Euro in den Finanzkraftausgleich zugunsten ärmerer Länder einzahlen."

Steuerschätzungen im Frühling und Herbst

Deutschlands Arbeitskreis Steuerschätzungen veröffentlicht in der Regel jeweils im Frühling und im Herbst eine bundesweite Prognose zur Entwicklung der Steuereinnahmen. Haushaltsexpertinnen und -experten in Hessen brechen diese Zahlen auf das Bundesland herunter./jaa/DP/nas