'Gen Z regelt' kritisiert Fokus auf Thema Gewalt
KÖLN (dpa-AFX) - Vertreter der Initiative "Gen Z regelt" kritisieren, dass sich die öffentliche Diskussion zu den für Samstag geplanten bundesweiten Protesten vorwiegend auf die Sorge vor Gewalt konzentriert. "Das zeigt ja, dass unser Punkt, dass wir nicht ernst genommen werden und nicht gehört werden, auch stimmt. Denn keiner will sich mit uns um die Inhalte kümmern, sondern es ist immer nur das Thema Gewalt auf der Agenda", sagte Steve, der die Demonstration in München mit organisiert, bei einer Pressekonferenz in Köln.
Die Bewegung habe eine klare Leitlinie, wonach die Proteste ohne jegliche Gewalt ablaufen sollten, erklärte der 18-Jährige. Man werde "friedlich protestieren". Zugleich betonte er, dass die Demonstrationen dezentral organisiert seien. Die Teilnehmer der Pressekonferenz könnten nur für die Veranstaltungen in Köln, München, Berlin und Frankfurt sprechen, in denen es offizielle Ortsgruppen von "GenZ regelt" gebe.
Demonstrationen als "Hilferuf der Jugend"
Auf der Website von "GenZ regelt" sind Demonstrationen in 34 Städten angekündigt, an denen sich bundesweit insgesamt mehr als 160.000 Menschen beteiligen wollen. Dabei wollen junge Menschen unter anderem für bessere Bildung, Gesundheitsschutz, mehr Klimaschutz und gegen eine Wehrpflicht auf die Straße gehen.
Der Grund für die vielen verschiedenen Forderungen sei, dass es "einfach an jeder Ecke brennt", erklärte Steve. Die Proteste seien ein "Hilferuf der Jugend".
Enttäuscht über Distanzierung der Bundesschülerkonferenz
"Für politischen und sozialen Fortschritt brauchen wir junge Menschen, die gehört werden und die auch eine Chance bekommen, Politik mitzugestalten", sagte Emma Hübner von der Kölner "Gen Z regelt". "Als "Gen Z" sind wir eine Generation junger Menschen, die wie nie zuvor in Deutschland aufgrund der alternden Gesellschaft zu wenig politische Macht haben." Dabei seien junge Menschen entscheidend, um die Zukunft einer Gesellschaft zu sichern.
Hübner äußerte sich enttäuscht darüber, dass sich die Bundesschülerkonferenz von den geplanten Protesten distanziert hat. "Wir waren alle ziemlich irritiert und überrascht, weil wir die Bundesschüler*innenkonferenz schon früh kontaktiert haben und an einem Austausch interessiert sind." Dieses Angebot stehe nach wie vor. Die Schülerkonferenz hatte sich wegen "unklarer" Organisationsstrukturen bei "Gen Z regelt" distanziert und eine eigene Demonstration für Mitte November in Berlin angekündigt./pa/DP/he