Weltnaturkonferenz zieht sich mindestens bis in den Abend
ERIWAN (dpa-AFX) - Am planmäßig letzten Tag der 17. UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt (COP17) in der armenischen Hauptstadt Eriwan hat sich mindestens ein langer Abend abgezeichnet. Noch für 21.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) war eine Plenarsitzung geplant. Die Konferenz der fast 200 Mitgliedsstaaten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) war am 19. Oktober gestartet.
Im Fokus standen eine Bestandsaufnahme und die Frage, wie sich die selbstgesteckten Ziele zum Schutz und zur Wiederherstellung der Artenvielfalt bis 2030 erreichen lassen. Bei der Weltnaturkonferenz im kolumbianischen Cali 2024 gelang kein Abschluss, die Konferenz musste einige Monate später in Rom in die Verlängerung gehen.
Bundesumweltminister Carsten Schneider kam in der zweiten Verhandlungswoche nach Eriwan. Der SPD-Politiker kündigte Anfang der Woche an, sich bei der Konferenz einzusetzen für eine breitere Finanzierungsbasis aus öffentlichen und privaten Mitteln und eine stärkere Mitsprache der Menschen, die die Natur vor Ort bewahren.
Vor Abschluss der COP17 forderte Heike Vesper, von der Naturschutzorganisation WWF Deutschland, dass die Vertragsparteien zu einer starken Einigung kommen. Aus Sicht des WWF gebe es einige Fortschritte, aber die Staaten seien noch weit davon entfernt, ihre Ziele bis 2030 zu erreichen. "Damit diese Weltnaturkonferenz ein Erfolg wird, muss im Abschlusstext der Abbau schädlicher Subventionen verankert werden", sagte sie.
Greenpeace-Experte sieht Handlungsbedarf
Auch Jannes Stoppel, Experte für internationale Klima- und Biodiversitätspolitik von Greenpeace Deutschland, betonte vor Konferenzende den Handlungsbedarf. "Es geht hier um das Leben auf der Erde", sagte er. "Auch schon vor dem Ende der Verhandlungen ist ein klarer Naturschutzauftrag für die Bundesregierung zu erkennen", sagte er am planmäßig letzten Tag der Verhandlungen in Eriwan. Er forderte eine "klare Naturschutzoffensive der gesamten Bundesregierung".
Vor vier Jahren hatten sich die Staaten im Weltnaturvertrag auf 23 Ziele zum Schutz und zur Wiederherstellung der Artenvielfalt geeinigt, die sie bis 2030 erreichen wollen. Unter anderem sollen mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen unter Schutz gestellt werden. Die im Vorfeld der Konferenz veröffentlichte Zwischenbilanz war deutlich: Die selbstgesteckten Ziele bis 2030 können nicht erreicht werden, wenn das Tempo nicht anzieht./ksr/DP/zb