NEU-ISENBURG (dpa-AFX) - Der Nutzfahrzeug-Zulieferer Jost
Die im SDax
Gegen Jahresende schwächt sich das Geschäft in der Branche üblicherweise ab. Hinzu kommt für Jost und seine Wettbewerber der Druck durch die Inflation. So hat sich etwa Stahl massiv verteuert. Die gestiegenen Kosten kann Jost aber durch die vertraglich vereinbarten Preisanpassungsklauseln nicht sofort weitergeben. Je nach Kunde und Vertrag geschehe dies um drei bis sechs Monate verzögert, erklärte das Unternehmen auf Nachfrage.
Was Jost momentan hilft, ist die zunehmende Integration des Hydraulikspezialisten Hyva. Jost hatte das niederländische Unternehmen übernommen, und die Synergieeffekte kommen nun mehr und mehr zum Tragen: Waren es vergangenes Jahr etwa 5 Millionen Euro Einsparungen, ist dieses Jahr mit 13 bis 15 Millionen Euro zu rechnen. Ab kommendem Jahr sollen die avisierten 23 bis 25 Millionen Euro pro Jahr dann voll erreicht werden.
So werden bei Jost und Hyva administrative Positionen und Abteilungen zusammengelegt. Hyva ist Weltmarktführer im Geschäft mit Frontkippzylindern. Die Gesellschaft geht seit Februar 2025 in die Geschäftszahlen von Jost ein. Auch erzielt der Konzern durch die Übernahme im Einkauf, etwa von Stahl, bessere Konditionen, weil er größere Mengen abnimmt. Dem wirken - zumindest momentan - die höheren Preise entgegen, bis das Unternehmen sie an die Kunden weitergeben kann.
Für 2026 rechnet der Vorstand beim Umsatz nun mit einem Anstieg von 9 bis 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bislang hatte Jost ein Wachstum im einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.
Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll der neuen Prognose zufolge um 11 bis 14 Prozent anziehen. Bislang hatte der Konzern hier ein Plus im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich angepeilt. 2025 hatte Jost Werke etwas mehr als 1,5 Milliarden Euro umgesetzt und dabei operativ 145 Millionen Euro verdient.
Im dritten Quartal zog der Umsatz des Konzerns um elf Prozent auf 426 Millionen Euro an. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um zwölf Prozent auf knapp 42 Millionen Euro. Die detaillierten Zahlen will Jost wie geplant am 12. November vorlegen./lew/zb/stw/stk