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Zwei Bewerber für Lagarde-Nachfolge an Spitze der EZB

06.11.2026
um 18:20 Uhr

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Im Rennen um die Nachfolge von Christine Lagarde an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) zeichnet sich ein Duell zwischen dem Niederländer Klaas Knot und dem Spanier Pablo Hernández de Cos ab. Bis zur Frist an diesem Freitagnachmittag seien nur diese beiden Kandidaten von den Euro-Ländern als Nachfolger für den Präsidentenposten der Notenbank offiziell nominiert worden, teilte der Präsident der Eurogruppe, Kyriakos Pierrakakis mit.

Die Niederlande nominierten schon am Mittwoch Knot, den früheren Chef ihrer nationalen Zentralbank, öffentlich. Ihm werden gute Chancen für den Spitzenposten zugerechnet - ebenso dem Spanier Pablo Hernández de Cos, der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist.

Präsidentin verlässt EZB Anfang Februar

Die EZB-Spitze wird früher als geplant frei. Lagarde will die Notenbank am 7. Februar 2027 und damit fast neun Monate vor Ende ihrer regulären Amtszeit verlassen.

Ernannt werden die Mitglieder des Direktoriums der EZB durch die Staats- und Regierungschefs der EU. Sie treffen ihre Entscheidung auf Grundlage einer Empfehlung von den Mitgliedstaaten der Eurozone. Das nächste Treffen der Eurogruppe ist für kommenden Montag (9. November) geplant, dann soll eine Bestandsaufnahme der Bewerbungen erfolgen.

Bislang keine Bewerbung aus Deutschland

Aus Deutschland ging der Eurogruppe zufolge keine Nominierung ein. Von der Bundesregierung hieß es allerdings am Mittag, die Beratungen zur Neubesetzung des Präsidiums liefen - und Einreichungsfristen könnten auch verlängert werden. In den kommenden Wochen und Monaten werde es viele Gelegenheiten geben, ein Personaltableau aufzusetzen.

Auch EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und EZB-Chefökonom Philip R. Lane verlassen im Laufe des kommenden Jahres die Zentralbank. Daher wird auf europäischer Ebene wahrscheinlich ein Personalpaket verhandelt. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) machte zuvor bereits deutlich, dass Deutschland sein Gewicht als größter Staat im Euroraum einbringen wolle, um eine breit getragene und verantwortungsvolle neue Führungsspitze der EZB zu bilden./rdz/DP/jsl