Reuters

RWE-Aufsichtsrat stimmt umstrittener Null-Dividende zu

03.03.2016
um 16:06 Uhr

Düsseldorf (Reuters) - Trotz massiver Proteste kommunaler Anteilseigner hat der Aufsichtsrat des Energiekonzerns RWE dem geplanten Dividendenausfall zugestimmt.

Der Aufsichtsrat habe sich diesem Vorschlag des Vorstands angeschlossen, teilte RWE am Donnerstag nach einer Sitzung des Kontrollgremiums mit. Nach einem Verlust von 200 Millionen Euro 2015 hatte der Vorstand um RWE-Chef Peter Terium vorgeschlagen, den Vorzugsaktionären nur 13 Cent je Aktie zu zahlen - und den Stammaktionären gar nichts. Terium wechselt nach einer Übergangszeit zur neuen Ökostromtochter. Sein Nachfolger an der Spitze von RWE wird sein bisheriger Stellvertreter Rolf Martin Schmitz.

Der Beschluss zur Dividende sei einstimmig erfolgt, erklärte RWE. Demnach stimmten auch die Vertreter der Kommunen zu, die knapp 24 Prozent an dem Konzern halten. Sie stellen vier der 20 Vertreter im Aufsichtsrat. Aus den Reihen der Kommunen, darunter finanziell klamme Städte wie Bochum und Essen, war zuvor heftige Kritik an dem Vorschlag laut geworden. Sie sind ohnehin von der Flüchtlingskrise gebeutelt. Es gibt Rufe danach, Terium auf der Hauptversammlung im April die Entlastung zu verweigern. Dagegen regt sich aber inzwischen auch Skepsis. "Den Vorstand nicht zu entlasten ändert nichts daran, dass wir keine Dividende bekommen", sagte der Bochumer Kämmerer Manfred Busch der Nachrichtenagentur Reuters. Der Dividendenausfall sei zwar ein Schlag ins Kontor: "Wir werden deswegen aber kein Schwimmbad schließen."

SCHMITZ FOLGT TERIUM ALS RWE-CHEF

RWE spart durch den Dividendenausfall 600 Millionen Euro an Liquidität. Weitere Einnahmen soll der geplante Börsengang von zehn Prozent der Anteile an der neuen Tochter für Ökostrom, Vertrieb und Netze bringen, der noch in diesem Jahr geplant ist. CEO Terium werde ab April in Personalunion auch die Tochter führen, erklärte RWE. Bis die neue Tochter am Kapitalmarkt durchstarten könne, gebe es noch viel zu tun, sagte Terium. "Ich sehe es dabei als meine vordringlichste Aufgabe als Vorstandsvorsitzender beider Gesellschaften an, den für den Börsengang notwendigen Trennungsprozess verantwortungsvoll zu gestalten." Nach dem Börsengang bleibe er dort an der Spitze. Nachfolger als RWE-Chef werde dann sein bisheriger Stellvertreter Rolf Martin Schmitz. Sein Vertrag wurde um anderthalb Jahre bis Mitte 2021 verlängert.

RWE AG

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