Reuters

Union Investment will nach Thyssens Stahl-Joint-Venture weiteren Umbau

02.07.2018
um 13:26 Uhr

Düsseldorf (Reuters) - Die Fondsgesellschaft Union Investment hat Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger nach der Abspaltung der Stahlsparte zu einem weiteren Umbau des Mischkonzerns aufgefordert.

"Endlich ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch ist das Ergebnis der Nachverhandlungen enttäuschend", erklärte Portfoliomanager Ingo Speich am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. "Herr Hiesinger muss nun schleunigst den Konzernumbau vorantreiben, damit Thyssenkrupp noch vor dem nächsten Konjunkturabschwung wetterfest gemacht wird", fügte er hinzu.

Nach über zweijährigen Verhandlungen hatten die Konzerne am Samstagmorgen ihr Stahl-Joint-Venture besiegelt. An der Börse konnten sie damit allerdings kein Kursfeuerwerk entfachen. Beide Papiere verloren zeitweise mehr als ein Prozent. Die erwarteten Synergien fallen mit 400 bis 500 Millionen in der Spitze um 100 Millionen Euro niedriger aus als zunächst erwartet. Zudem soll Thyssenkrupp erst bei einem Börsengang des Joint Venture einen etwas höheren Anteil am Erlös bekommen. Damit soll die Bewertungslücke geschlossen werden, die durch die zuletzt schlechtere Geschäftsentwicklung von Tata entstanden ist.

Hiesinger steht unter dem Druck von Investoren. Union hatte ihn bereits Ende vergangenen Jahres in einem Reuters-Interview zu einer schärferen Stragie aufgefordert. Mehr Tempo und Rendite fordern auch Großaktionär Cevian und der US-Hedgefonds Elliott. Hiesinger will in der kommenden Woche dem Aufsichtsrat erläutern, wie es strategisch weitergehen soll.

thyssenkrupp AG

WKN 750000 ISIN DE0007500001