Reuters

Studie - Frauenquote in deutschen Vorständen bei 18 Prozent

05.01.2024
um 09:32 Uhr

München (Reuters) - In Deutschlands Chefetagen sitzen immer mehr Frauen.

Mehr als ein Drittel der 116 Neuzugänge in den Vorständen der 160 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland waren im vergangenen Jahr weiblich, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie der Managementberatung Horvath hervorgeht. 124 der rund 700 Vorstandsposten bei den Dax-, MDax- und SDax-Unternehmen waren Ende des vergangenen Jahres mit einer Frau besetzt. Das sind 18 (2022: 15) Prozent, so viele wie nie. "Vor 2020 waren noch weniger als elf Prozent der deutschen Vorstandsmitglieder weiblich. Der Aufholprozess ist bemerkenswert", sagte Horvath-Partner Oliver Greiner.

Allerdings gibt es ein großes Gefälle zwischen Dax, MDax und SDax. Während jeder der 40 Dax-Konzerne mindestens eine Frau im Vorstand hat, sind 42 Prozent der MDax-Vorstände und 54 Prozent der SDax-Vorstände immer noch reine Männerrunden. Eine Mindestquote von 30 Prozent Frauen gibt es in Deutschland nur für die Aufsichtsräte börsennotierter, mitbestimmter Firmen. Für den Vorstand legt jedes Unternehmen selbst eine Zielquote fest.

Knapp jede dritte neu berufene Vorständin ist nicht deutsche Staatsbürgerin, bei den Männern ist es nur jeder vierte. 14 der 41 weiblichen Neuzugänge wurde zur Finanzvorständin ernannt, zehn zur Personalvorständin. An die Spitze eines der 160 untersuchten Unternehmen berufen wurde im vergangenen Jahr aber nur eine Frau. Yvonne Rostock übernahm den Chefposten beim Fotobuch-Dienstleister Cewe.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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