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ROUNDUP: Epstein-Vertrauter als Botschafter in USA: Druck auf Starmer

04.02.2026
um 14:34 Uhr

LONDON (dpa-AFX) - Die Berufung des früheren Ministers und Epstein-Freunds Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA vor einem Jahr droht für Großbritanniens Premierminister Keir Starmer zum Debakel zu werden.

Unter dem Druck der Opposition und seiner eigenen Fraktion will die Regierung in London nun Dokumente zu Mandelsons Berufung und Sicherheitschecks veröffentlichen, wie Starmer im Parlament ankündigte. Ausgenommen seien Informationen, die der nationalen Sicherheit des Landes oder dessen internationalen Beziehungen schaden könnten.

"Er hat gelogen, gelogen und nochmals gelogen"

Hätte er damals gewusst, was er heute weiß, wäre Mandelson nicht einmal in die Nähe der Regierung gekommen, beteuerte der Premier vor einem vollen Unterhaus mit vielen ernsten Gesichtern in der eigenen Fraktion.

Dass Mandelson den Kontakt mit Epstein auch nach dessen Verurteilung wegen der erzwungenen Prostitution einer Minderjährigen aufrechterhielt, war der Regierung vor dessen Berufung zum Botschafter jedoch bekannt, wie der Premier eingestehen musste. Mandelson habe ihn und andere jedoch in die Irre geleitet, was die Enge des Verhältnisses mit dem US-Multimillionär betraf. "Er hat gelogen, gelogen und nochmals gelogen", sagte Starmer.

Die oppositionellen Konservativen hatten zuvor einen Beschluss zur Abstimmung im Parlament vorgelegt, der die Veröffentlichung umfangreicher Dokumente und Kommunikation im Zusammenhang mit Mandelsons Berufung fordert. Britischen Medien zufolge musste Starmer trotz satter Mehrheit im Parlament befürchten, die Abstimmung zu verlieren. Ein von der Regierung eingebrachter Änderungsantrag sollte die Beschlussvorlage nun entschärfen.

Enge Verbindung zwischen Mandelson und Epstein

Der ehemalige Wirtschaftsminister und EU-Kommissar Mandelson taucht prominent in den Epstein-Akten auf. Die Nähe des ehemaligen Labour-Veteranen zu dem verstorbenen US-Multimillionär, der einen Missbrauchsring mit teils minderjährigen Opfern betrieben hatte, kostete ihn bereits seinen Botschafterposten.

Doch kürzlich vom US-Justizministerium veröffentlichte Akten zeigen, dass Mandelson deutlich enger mit Epstein verbandelt war als zunächst bekannt. So sollen er und sein Ehemann jeweils Zahlungen von mehreren Zehntausend Pfund erhalten haben. E-Mail-Verläufe legen sogar nahe, dass Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an den US-Investor weitergegeben haben könnte./cmy/DP/mis