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ROUNDUP: Wieder Zwischenfälle im Libanon trotz Waffenruhe

20.04.2026
um 16:39 Uhr

TEL AVIV/BEIRUT (dpa-AFX) - Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge trotz der Waffenruhe im Libanon in der Nacht eine Raketenabschussrampe im Süden des Nachbarlandes angegriffen. Diese sei feuerbereit und eine "direkte Bedrohung für die Ortschaften in Nordisrael" sowie für Soldaten gewesen, teilte das israelische Militär am Morgen mit.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es zudem, Israel habe bis zur Mittagszeit drei grenznahe Orte im Südlibanon bombardiert. Demnach gab es zudem in einem weiteren Grenzort Artilleriebeschuss des israelischen Militärs. Ein israelischer Armeesprecher bestätigte die Angaben am frühen Abend auf Anfrage. Das Militär habe sich dabei verteidigt, sagte er weiter. Details dazu nannte der Sprecher zunächst nicht.

In einer Erklärung hieß es am Morgen, die Armee werde sich weiterhin gegen Gefahren verteidigen und Sicherheit für israelische Zivilisten und Soldaten gewährleisten. Laut der vom US-Außenministerium veröffentlichten Waffenruhe-Vereinbarung zwischen Israel und dem Libanon darf Israel alle notwendigen Maßnahmen zur Selbstverteidigung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe ergreifen. Die Feuerpause war in der Nacht zum Freitag nach mehr als sechs Wochen Krieg zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon in Kraft getreten.

Israels Armee ist weiterhin im Süden des Nachbarlandes

Israelische Soldaten sind weiterhin im Südlibanon stationiert. Das Land spricht von einer sogenannten "Sicherheitszone", um Nordisrael vor Angriffen der Hisbollah zu schützen. Die libanesische Führung spricht dagegen von einer Besatzung libanesischem Bodens. Vertriebene Libanesen können derzeit nicht in die Gegend zurückkehren.

Die Raketenabschussrampe habe sich weiter nördlich der "Sicherheitszone" befunden, teilte Israels Armee mit.

Die Hisbollah verkündete am Morgen derweil, gepanzerte Fahrzeuge der israelischen Armee seien in der Nacht von Sprengsätzen getroffen worden, die die vom Iran unterstützte Miliz zu einem früheren Zeitpunkt in der Gegend platziert habe. Israels Armee erklärte auf Anfrage, ein gepanzertes Fahrzeug sei wahrscheinlich durch einen Sprengsatz beschädigt worden. Es habe zunächst keine Berichte über Verletzte gegeben. Der Vorfall werde untersucht./cir/DP/stw