BILBAO (dpa-AFX) - Der spanische Energiekonzern Iberdrola
Gewinnseitig lief es für das Unternehmen noch besser. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im zweiten Quartal um 13 Prozent auf knapp vier Milliarden Euro. Das war mehr, als Experten auf ihren Zetteln hatten. Dabei profitierte das Unternehmen von einem starken Stromnetzgeschäft.
Nachdem die Aktie im frühen Handel mit Verlusten von bis zu rund drei Prozent gestartet war, dreht sie gegen Mittag zwischenzeitlich leicht ins Plus. Zuletzt verlor das Papier rund 0,4 Prozent. Seit dem Jahreswechsel steht dennoch ein Kursplus von fast 15 Prozent zu Buche.
Für den Experten Javier Garrido von der US-Bank JPMorgan fielen die Resultate solide aus. Den Ausblick für das Gesamtjahr habe der spanische Versorger daraufhin aber nicht erhöht. Das könne den Aktienkurs etwas belasten.
Der angekündigte Zukauf in Finnland sei strategisch richtig, aber kostspielig, so der Experte weiter. Am Vorabend hatte Iberdrola mitgeteilt, 80 Prozent an Finnlands größtem Stromverteilungsnetzbetreiber Caruna für 2 Milliarden Euro zu übernehmen.
Auch Analyst Fernando Garcia von der kanadischen Bank RBC bezeichnete die Übernahme des finnischen Netzbetreibers als teuer. Die Spanier setzten wohl auf längerfristige Wertsteigerungen und auf eine Konsolidierung des finnischen Marktes. Nach Schätzungen von Ahmed Farman vom Analysehaus Jefferies wird Caruna im kommenden Jahr das Ergebnis je Aktie des Konzerns um etwa ein Prozent erhöhen. Der Schritt passe in die Strategie von Iberdrola, die Beteiligung sei aber hoch bewertet.
Iberdrola investierte in den vergangenen Jahren verstärkt in das Netzgeschäft, insbesondere auch in Projekte in Großbritannien und den USA. So sollen rund zwei Drittel der Investitionen in Höhe von 58 Milliarden Euro bis 2028 in das Netzgeschäft in Schlüsselmärkten fließen.
Derweil bestätigte das Unternehmen das bei Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal erhöhte Gewinnziel für 2026. Im laufenden Jahr will Iberdrola demnach den bereinigten Überschuss um mehr als 8 Prozent steigern. Im vergangenen Jahr hatten gut 6,2 Milliarden Euro zu Buche gestanden. In den ersten sechs Monaten erhöhte sich der bereinigte Nettogewinn um 8 Prozent auf 3,57 Milliarden Euro./mne/men/mis