Irans Revolutionsgarden: Haben volle Kontrolle über Straße von Hormus
TEHERAN (dpa-AFX) - Die Marine der Iranischen Revolutionsgarden beharrt genau wie die US-Regierung darauf, die volle Kontrolle über die Straße von Hormus zu haben. Die Behauptung von US-Beamten, die Meerenge sei offen, sei eine "glatte Lüge" und diene nur dazu, die Ölpreise zu kontrollieren und die eigene Niederlage zu vertuschen, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit.
Schiffen, die ohne vorherige Abstimmung mit dem Iran die Meerenge passieren wollten, sei die Durchfahrt verboten, hieß es in der Erklärung, die auch von Staatsmedien zitiert wurde. "Die Kontrolle, die die Streitkräfte der Islamischen Republik über die strategische Meerenge von Hormus ausüben, ist vollständig und entscheidend." All dies werde auch so bleiben, bis die "Aggression" der USA ende und die Verpflichtungen aus einem vor rund zweieinhalb Monaten geschlossenen und mittlerweile ausgelaufenen Rahmenabkommen erfüllt seien.
Am Donnerstag hatte der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen US-Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper, gesagt, das US-Militär habe die Straße von Hormus in den vergangenen Monaten von Minen befreit: "Heute sind die internationalen Schifffahrtsrouten offen, und die Dynamik nimmt zu." US-Präsident Donald Trump hatte schon Mitte des Monats behauptet, die Meerenge sei minenfrei, vollständig geöffnet und werde "zu 100 Prozent" von den USA kontrolliert. Die Angaben beider Seiten lassen sich kaum unabhängig überprüfen.
Laut der britischen Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) passierten in den vergangenen sieben Tagen täglich etwa 29 Frachter die Meerenge. Vor Kriegsbeginn waren es im Februar nach Angaben der Weltschifffahrtsorganisation IMO durchschnittlich knapp 130 Schiffe pro Tag gewesen. Die Seestraße ist enorm wichtig für Öl-, Gas- und Düngerexporte aus den Staaten am Persischen Golf, der Krieg entsprechend folgenschwer für die Weltwirtschaft.
Die Straße von Hormus ist ein zentraler Streitpunkt im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Rund ein halbes Jahr nach Beginn der ersten israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran steckt der Konflikt in einer Sackgasse. Der Iran fordert Zugeständnisse der US-Regierung, während Präsident Trump die Führung in Teheran mit einem "Wirtschaftskrieg" unter Druck setzen will./hme/DP/zb