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Integrationsbeauftragte fordert Pflichtjahr vor der Schule

08.09.2026
um 14:54 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Als Reaktion auf die schlechten deutschen Ergebnisse bei der Bildungsstudie Pisa fordert die Migrationsbeauftragte Natalie Pawlik ein verpflichtendes letztes Kita- oder Vorschuljahr. "Sprachfähigkeiten und soziale Kompetenzen sind zwei wichtige Voraussetzungen für den Schulalltag", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Ein verpflichtendes Jahr könne helfen, diese Voraussetzungen zu schaffen.

Pawlik sprach sich auch für verpflichtende Sprachstandserhebungen aus. Sie könnten helfen, individuellen Förderbedarf früh zu erkennen, so die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Pawlik: Soziale Herkunft entscheidet

"Pisa zeigt erneut: In Deutschland entscheiden soziale Herkunft und familiäre Lebensbedingungen stärker als in anderen Ländern über den Bildungs- und Lebensweg eines Kindes", sagte Pawlik. Besonders betroffen seien Kinder mit Einwanderungsgeschichte in sozial schwächeren Quartieren.

Die SPD-Politikerin forderte "eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund und Ländern". Integration müsse früh mit guten Kitas und Sprachförderung beginnen. Geflüchtete Kinder sollten auch während eines Asylverfahrens Kita oder Schule besuchen können.

Die neue Pisa-Studie hatte für Schülerinnen und Schüler in Deutschland die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Erhebungen ergeben. Hierzulande hängt der Schulerfolg stärker als in anderen Ländern vom Elternhaus ab./bw/DP/stw