PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Nach einem bereits verhaltenen Wochenstart hat es den europäischen Börsen auch am Dienstag überwiegend an Orientierung gemangelt. Die anhaltend hohen Öl- und Gaspreise und die damit einhergehenden Inflationssorgen hielten die Anleger weiter in Schach vor dem Zinsentscheid der EZB am Donnerstag.
Der EuroStoxx 50
Die Anleger träten derzeit auf die Bremse und warteten wichtige Daten und Zinsentscheidungen im Laufe der Woche zunächst ab, schrieb Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar von Robomarkets. Öl bleibe "aktuell das Fieberthermometer der Aktienmärkte", da sich der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung im November weiter der 100-Dollar-Marke näherte. Im Fokus stehen vor allem US-Inflationsdaten, die am Freitag Hinweise auf den geldpolitischen Spielraum der US-Notenbank Fed geben könnten.
Auf Unternehmensseite stachen Novartis-Papiere mit einem Kurseinbruch um mehr als zehn Prozent heraus. Schon am Vortag hatte es einen herben Rückschlag gegeben wegen enttäuschender Daten eines Medikamenten-Kandidaten, worauf nun eine Studienflop zu einem Wirkstoff gegen die Muskelkrankheit Myotone Dystrophie folgte. Analysten hinterfragten in ersten Einschätzungen nach dem Studienflop einmal mehr die längerfristigen Wachstumsziele des Pharmakonzerns.
Novartis lastete im ganzen Pharmasektor auf der Stimmung, denn der Gesundheits-Branchenindex Stoxx Europe 600 Health Care büßte mehr als zwei Prozent ein. Dem konnte sich auch Sandoz