NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben zum Wochenschluss ihre Vortagesgewinne ausgebaut. Enttäuschende Arbeitsmarktdaten kamen am Freitag insbesondere im konjunktursensiblen Technologiebereich positiv an, weil sie die Zins- und Inflationssorgen der Anleger dämpften. Allerdings stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee wieder, zudem zogen am Staatsanleihenmarkt die Renditen erneut an. Dies dämpfte etwas die Kauflaune.
Gleichwohl schnellten die Technologieindizes Nasdaq Composite und der stärker beachtete Nasdaq 100 auf Rekordhochs. Letzterer gewann zuletzt 0,9 Prozent auf 30.781 Punkte.
Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,7 Prozent auf 7.719 Zähler. Der Leitindex Dow Jones Industrial gewann 0,4 Prozent auf 51.153 Punkte, nachdem er Tags zuvor zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni abgesackt war. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Minus von gut einem Prozent an.
Der US-Arbeitsmarkt hatte im September nach einer zuletzt robusten Entwicklung wieder Anzeichen von Schwäche gezeigt. Es gab deutlich weniger neue Stellen als erwartet.
Der vergleichsweise kräftige Anstieg der Beschäftigung im August habe sich als Ausreißer herausgestellt, sagte Analyst Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg. Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank kommentierte: "Der Arbeitsmarktbericht wird die US-Notenbank Fed in ihrem Ausblick moderater Zinsanhebungen bestätigen". Dies würde Aktien zugute kommen, da sie bei deutlich steigenden Zinsen gegenüber festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität verlieren.
Unter den Einzelwerten standen insbesondere die Aktien von Nike im Fokus, die nach einem schwachen Geschäftsausblick am Dow-Ende 4,6 Prozent verloren. Geht es nach dem Analysten Jay Sole von der Bank UBS, ist das Ende der aktuellen Nike-Talfahrt an der Börse wohl noch nicht in Sicht. Mit den Gewinnschätzungen könnte es weiter bergab gehen und die Bewertung sei trotz des monatelangen Abwärtstrends nicht günstig.
Unter den Technologietiteln sackten die Aktien der Festplattenhersteller Western Digital und Seagate um 10,7 beziehungsweise 11,6 Prozent ab. Grund war ein Bericht der japanischen Zeitung Nikkei. Demnach will der Konkurrent Toshiba massiv in den Ausbau von Produktionskapazitäten für Hard Disks investieren.
Dagegen zogen die Aktien von ON Semiconductor um 4,7 Prozent und die von Synaptics um 13,7 Prozent an. ON will seine im Sommer bekannt gegebene Übernahme nun nicht mehr mit eigenen Aktien sondern bar bezahlen, womit die Transaktion für den Spezialisten für Leistungshalbleiter billiger wird.
Für die Anteilscheine von Tesla ging es um 5,3 Prozent nach oben. Die Auslieferungen des von Tech-Milliardär Elon Musk geführten E-Autobauers waren zwar im vergangenen Quartal gesunken, lagen aber über den Erwartungen von Analysten.
In dem starken Umfeld für Technologiewerte erreichten die Anteilscheine von Nvidia einen Höchststand und legten zuletzt um 1,6 Prozent zu. Der Kursanstieg wurde in den letzten Wochen durch die Zuversicht beflügelt, dass KI-Agenten wie "Muse" von der Facebook-Mutter Meta die Nachfrage nach Halbleitern ankurbeln könnten. Die Aktien erhielten einen weiteren Schub, nachdem Nvidia am Montag bekannt gegeben hatte, dass es den Umfang seines Aktienrückkaufprogramms um die Rekordsumme von 150 Milliarden US-Dollar erhöhen werde. Damit steuert Nvidia als aktuell teuerstes börsennotiertes Unternehmen der Welt auf eine Marktkapitalisierung von sechs Billionen Dollar zu./la/he