Gefährden Sanktionen britische Juden? Miliband widerspricht
LONDON (dpa-AFX) - Der britische Außenminister Ed Miliband hat Befürchtungen zurückgewiesen, die Sanktionen seines Landes gegen israelische Siedlungen könnten negative Folgen für britische Juden haben.
Großbritanniens Oberrabbiner Ephraim Mirvis hatte die Sanktionen zuvor heftig kritisiert und von einem "schwarzen Tag für britische Juden" gesprochen. Es handle sich lediglich um Symbolpolitik, die den zunehmend feindlichen Diskurs über Israel anheize, schrieb der Geistliche in einem Beitrag auf der Plattform X. "Diese Maßnahmen werden nur dazu beitragen, genau jenen Extremismus zu stärken, den sie eigentlich bekämpfen wollen."
Miliband: "Ich bin ein stolzer britischer Jude"
Der Außenminister, der das Importverbot für Waren aus illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland am Dienstag im Unterhaus in London verkündet hatte, wies die Kritik zurück. "Ich bin ein stolzer britischer Jude und ich stimme dem Oberrabbiner nicht zu", sagte Miliband dem Nachrichtensender Sky News.
Wenn britische Juden für das Vorgehen der israelischen Regierung verantwortlich gemacht würden, sei das nichts als reinster Antisemitismus, sagte Miliband. Er fügte hinzu: "Wir müssen alle mehr tun, um Antisemitismus zu bekämpfen. Aber ich glaube, wir können das tun und gleichzeitig britische Werte hochhalten."
Israel will britisches Konsulat in Jerusalem schließen
Miliband hatte die Sanktionen mit den Übergriffen radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland sowie dem geplanten Ausbau weiterer Siedlungen begründet. Er stehe zu dem Vorwurf, im Westjordanland ereigneten sich "ethnische Säuberungen" durch radikale Siedler, die von der israelischen Regierung geduldet und teils sogar befürwortet werden, sagte Miliband.
Frankreich, Kanada, Dänemark sowie weitere westliche Staaten schlossen sich in einer Erklärung der Position Großbritanniens an. Deutschland gehört nicht dazu. Israel reagierte mit angekündigten Gegenmaßnahmen, darunter der Schließung des britischen Konsulats in Jerusalem und Sanktionen gegen britische Politiker./cmy/DP/stw