NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Donnerstag an ihren bislang schwachen Wochenverlauf angeknüpft. Weiterhin wird die Stimmung von den Entwicklungen im Nahost-Konflikt und den gestiegenen Ölpreisen belastet. Der Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent erreichte am Donnerstag mit 108 US-Dollar ein Hoch seit Mai. Unter den Anlegern hält sich deshalb die Sorge vor einer weiter steigenden Inflation und damit verbundenen Zinserhöhungen.
Die Verkaufswelle erfasste am Donnerstag auch die zuletzt relativ robusten Technologiewerte, wie der Nasdaq 100 mit einem Minus von 1,08 Prozent auf 29.103,51 Punkte zeigt. Der Dow Jones Industrial verbuchte mit einem Abschlag von 0,6 Prozent auf 52.064,10 Zähler seinen vierten schwachen Handelstag in Folge. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,58 Prozent auf 7.591,70 Punkte nach.
Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet den Leitzins angehoben hat, richtet sich der Fokus der Anleger jetzt auf den Entscheid der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche. Davor werden am Freitag aber noch die US-Inflationsdaten erwartet, die nochmals von großer Relevanz werden könnten. Eine Indikation dafür gaben die am Donnerstag veröffentlichten Erzeugerpreise, deren Anstieg sich im August beschleunigte.
Allgemein unter Druck gerieten die KI-Aktien, die sich in den vergangenen Tagen noch gegen die allgemeine Börsenschwäche gestemmt hatten. Vier bis fünf Prozent groß waren die Kursverluste bei Chip- und Speicherwerten wie Western Digital , Intel , Sandisk und Micron . Als Belastung galt, dass der chinesische Anbieter Deepseek mit einem neuen KI-Modell den Druck auf die US-Konkurrenz erhöht.
Unter den sieben bedeutendsten Tech-Werten, den "Magnificent 7", war Apple mit einem Kursanstieg um 3,6 Prozent ein Ausreißer. Mit einem Tag Verspätung reagierte die Aktie doch noch positiv auf die Vorstellung eines neuen, faltbaren iPhones, das von mehreren Analysten gelobt wurde. "Je mehr Zeit man damit verbringt, desto mehr weiß man die grundlegende Innovation zu schätzen", lobte Amit Daryanani von Evercore ISI nach einer Probe des iPhone Duo.
Zu Wochenschluss könnten die nachbörslich erwarteten Resultate von Oracle und Adobe für den Tech-Sektor noch einmal von Bedeutung werden. Beide Aktien lagen im Vorfeld klar im Minus, Oracle aber relativ stark mit mehr als fünf Prozent. Die Frage nach der Schuldenlast, die für den Ausbau der KI-Infrastrukturen erforderlich ist, bleibt bei Anlegern ein wichtiges Thema.
Minenwerte haben am Donnerstag unter deutlich zurückkommenden Metallpreisen gelitten. Die Titel von Freeport-McMoran und Southern Copper knickten jeweils um bis zu 7,2 Prozent ein, nachdem an den Kupfer- und Silbermärkten eine deutliche Korrektur eingesetzt hatte. Begründet wurde dies mit einer vertagten Entscheidung über US-Zölle und ölbedingten Konjunktursorgen.
Unter den nachrichtlich bewegten Einzelwerten gab die Aktie von Macy's um 4,7 Prozent nach. Der Warenhausbetreiber blieb mit seinem Ausblick auf das dritte Quartal hinter den Erwartungen zurück. Noch schlimmer erwischte es im Einzelhandelssektor aber American Eagle Outfitters mit einem Rückschlag um 14 Prozent. Der Bekleidungshändler hatte enttäuschende Umsatzzahlen vermeldet.
Unter den sonstigen Nebenwerten litten die Titel des Kontaktlinsenherstellers Cooper Companies mit einem Einbruch um 14,7 Prozent unter einem gesenkten Wachstumsausblick. Als Belastung hinzu kam ein abgesagter Verkauf der Sparte CooperSurgical, der die Bank of America dazu veranlasste, ihre bisherige Kaufempfehlung für die Aktien aufzugeben./tih/nas