Autofahrer spüren Entlastung durch Tankrabatt kaum
BERLIN (dpa-AFX) - Seit Anfang Oktober kassiert der Staat knapp 17 Cent weniger Steuern auf den Liter Sprit - doch die Mehrheit der Autofahrer nimmt den Tankrabatt nicht als deutliche Entlastung wahr. Sieben von zehn Autofahrerinnen und Autofahrern gaben in einer repräsentativen Umfrage Mitte des Monats an, für sie sei Tanken nicht spürbar günstiger geworden. Die Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey hatte das Nachrichtenportal "Web.de News" in Auftrag gegeben.
Auf die Frage, ob sich das Tanken durch die Steuersenkung spürbar verbilligt habe, antworteten 69 Prozent der 5.000 Befragten mit "Nein, auf keinen Fall" oder "Eher nein". Nur knapp ein Viertel (24 Prozent) gab an, eine Entlastung zu bemerken. 7 Prozent antworteten mit "Weiß nicht".
Stadt oder Land spielt eine Rolle
In dünn besiedelten Regionen nehmen rund drei Viertel der Autofahrer (73 Prozent) keine spürbare Entlastung wahr, in dicht besiedelten Gebieten sind es knapp zwei Drittel (62 Prozent). Auffällig sind auch die Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Unter den 18- bis 29-Jährigen sieht fast die Hälfte (45 Prozent) eine spürbare Verbilligung. Bei den 30- bis 39-Jährigen sinkt dieser Anteil auf 29 Prozent, bei Autofahrern von 40 bis 64 Jahren beträgt er nur noch 18 Prozent, bei den über 64-Jährigen sind es 19 Prozent.
Unabhängig von dieser Wahrnehmung hatten Wirtschaftsexperten der Institute Ifo und DIW nach den ersten zwei Wochen errechnet, dass die Steuersenkung bis zum damaligen Zeitpunkt nur zu einem Teil weitergegeben wurde.
Das DIW hat für die ersten 18 Tage eine Weitergabe von rund zwei Dritteln errechnet. Das Ifo kommt für die ersten 13 Tage und mit leicht anderer Methodik auf eine etwas höher Weitergabe.
Ersparnis hält sich in Grenzen
Aber auch bei voller Weitergabe würde sich der Effekt in Grenzen halten: Ein typisches Auto wird in Deutschland laut Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes rund 900 Kilometer pro Monat bewegt. Geht man von einem Verbrauch von 7 bis 8 Litern auf 100 Kilometer aus, spart sich der durchschnittliche Verbrennerfahrer durch den Rabatt auf die vollen drei Monate gerechnet also grob 32 bis 36 Euro. Je nach Fahrleistung und Verbrauch kann der Wert aber teils deutlich abweichen.
In der letzten Woche ist Benzin der Sorte E10 laut Daten des ADAC rund 4 Cent billiger geworden, Diesel um 1 Cent. Ein Liter E10 kostete demnach im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags 2,107 Euro, ein Liter Diesel 2,249 Euro. Das waren 13,5 beziehungsweise 14,1 Cent weniger als am letzten Tag vor Beginn des Tankrabatts. Allerdings waren die Preise bereits kurz vor dem Start ein Stück weit gesunken./brd/DP/mis