Reuters

Reiseplattform Omio sammelt 100 Millionen Dollar ein

19.08.2020
um 08:37 Uhr

Berlin (Reuters) - Die Berliner Reiseplattform Omio hat mitten in der die Branche besonders stark belastenden Corona-Krise 100 Millionen Dollar frisches Kapital bei Investoren eingesammelt.

Das Geld fließe in die Expansion sowie potenzielle Zukäufe, sagte Firmengründer und -chef Naren Shaam der Nachrichtenagentur Reuters. Bei der Finanzierungsrunde konnte Omio, das früher unter dem Namen GoEuro firmierte, auf namhafte Bestandsinvestoren sowie neue Anteilseigner wie Temasek, Kinnevik, Goldman Sachs, NEA und Kleiner Perkins setzen. Allerdings musste auch das 2013 gegründete Unternehmen der Krise Tribut zollen. Die Finanzierungsrunde erfolgte in Form von Wandelanleihen und den Investoren wird ein Rabatt bei der nächsten Runde eingeräumt. Zur Unternehmensbewertung schwiegen sich die Berliner aus. Insidern zufolge wurde Omio in der Vergangenheit mit fast einer Milliarde Dollar bewertet.

Über Omio können Züge, Flüge, Fähren, Mietwagen sowie Carsharing-Fahrzeuge in Europa, den USA sowie Kanada miteinander verglichen und gebucht werden. Das Unternehmen kooperiert dafür mit mehr als 800 Transportunternehmen.

Die Corona-Krise mit weltweiten Reisewarnungen, Ausgangssperrungen und Abstandsregeln verglich Shaam bei seinem Unternehmen mit einem Unfall bei voller Fahrt. Inzwischen bewege man sich wieder, sei aber noch nicht auf der Überholspur. Zwischenzeitlich waren 90 Prozent der 350 Mitarbeiter auf Kurzarbeit. "Unser Geschäft kommt stärker wieder als erwartet", sagte Shaam. Die Buchungen in Frankreich und Deutschland befänden sich wieder bei mehr als 50 Prozent des Vor-Corona-Levels. Shaam macht auch Veränderungen im Konsumentenverhalten aus. Verbraucher würden später buchen, mehr Flexibilität verlangen und stärker auf Nachhaltigkeit setzen.

Goldman Sachs Group

WKN 920332 ISIN US38141G1040