ROUNDUP 3: Schwerer russischer Raketenangriff auf Kiew
((Aktualisierung: Bestätigung ukrainischer Gegenangriffe durch Präsident Selenskyj)
KIEW (dpa-AFX) - Russland hat die Ukraine nach einigen Nächten Pause wieder mit ballistischen Raketen beschossen. Gegen die Hauptstadt Kiew wurden nach Angaben militärnaher Telegramkanäle bis zu sechs umfunktionierte Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Zirkon eingesetzt. Ein dpa-Reporter hörte mehrere schwere Explosionen in der Stadt. Mindestens 18 Menschen wurden verletzt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko auf der Plattform Telegram. Seinen Angaben nach waren unter den Verletzten auch ein zehnjähriges und ein zwölfjähriges Kind.
Klitschko zufolge gab es Schäden unter anderem an Bürogebäuden, einem Lager und mehreren Wohnhäusern. In mehreren Stadtteilen gab es demnach infolge des Angriffs Probleme mit dem Wasserdruck. Bei einem erneuten Drohneneinschlag sei es zu einem Brand an einem Verwaltungsgebäude gekommen, schrieb Klitschko am Morgen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb in sozialen Medien von einem russischen Angriff mit ballistischen Raketen, Raketen anderen Typs und Drohnen. Einmal mehr sei die zivile Infrastruktur angegriffen worden. In den Gebieten Sumy und Odessa sei Energieinfrastruktur beschädigt worden, in Kiew und Odessa Wohnhäuser. Selenskyj schrieb von mehr als zehn Verletzten, aus acht Regionen seien Schäden gemeldet worden.
Schäden in Russland
Selenskyj bestätigte auch ukrainische Gegenangriffe auf Ziele in Russland. In Jaroslawl sei die Ölraffinerie attackiert worden und in Rostow ein Militärflugplatz, schrieb Selenskyj. Mehrere Flugzeuge und Hubschrauber seien beschädigt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Der Gouverneur des Gebiets Jaroslawl, Michail Jewrajew, teilte bei Telegram mit, dass es Schäden an einer Raffinerie gebe und ein Feuer ausgebrochen sei, das aber gelöscht worden sei. Er sprach von einem großen Angriff, bei dem 65 Drohnen abgewehrt worden seien. Tote oder Verletzte gibt es demnach nicht.
Der Gouverneur des Gebiets Rostow, Juri Sljussar, schrieb bei Telegram von einem massiven Luftangriff. Ein Feuer sei ausgebrochen, aber gelöscht worden, schrieb er, ohne Details zu nennen. In mehreren Teilen der Gebietshauptstadt sei die Stromversorgung unterbrochen worden, es gebe auch Schäden an Wohnhäusern durch herabgestürzte Drohnentrümmer./fko/DP/stk